Depressive Störungen
Depressive Störungen äußern sich in dauerhaft gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit oder -mangel, Konzentrationsstörungen und einem Verlust der persönlichen und sozialen Interessen. Irgendwann wird keine Freude mehr erlebt und die ansonsten lebendige Persönlichkeit scheint innerlich zu verarmen. Die Gründe und Mechanismen von depressiven Störungen sind vielfältig und unterschiedlich.
Für Betroffene ist der Schritt in die Behandlung aufgrund von Antriebsmangel und dem oft fehlenden Glauben an eine Besserung oft eine größere Hürde. Dabei können zumindest die Symptome einer Depression gut behandelt werden, auch wenn dies aus der Depression heraus schwer vorstellbar erscheinen mag.
Übrigens: Sie sind bei weitem nicht alleine sondern in guter Gesellschaft. Gerade viele erfolgreiche Persönlichkeiten litten oder leiden unter Depressionen, u.a. Hermann Hesse, Marilyn Monroe, Lady Diana oder Steve Jobs
Fakten zur Behandlung von Depressiven Störungen:
- Zu Beginn der psychotherapeutischen Behandlung steht der Ausschluss körperlicher Ursachen.
- Es gibt mehrere wirksame Psychotherapieverfahren. Die Psychodynamische Psychotherapie fokussiert auf emotionale Hintergründe und Persönlichkeitsaspekte.
- Psychotherapie ist bei mittelschweren Depressionen die Methode der Wahl, ggf. kann medikamentös unterstützt werden, z. B. bei starken Schlafstörungen.
Angststörungen und Panikattacken
Angst ist ein Gefühl - und aus dem Blickwinkel der Evolution betrachtet ein essentielles. Wer keine Angst verspüren kann, war - und ist - einem erhöhtem Risiko für Leib und Leben ausgesetzt. In unserer postmodernen digitalisierten Gesellschaft kann die Ausprägung von Ängsten mit ihren körperlichen Begleitsymptomen jedoch überwiegend sperrig und lähmend ausfallen, insbesondere im Falle von Angststörungen. Dies sind unterschiedliche Ausprägungsformen von Ängsten, von der isolierten Angst vor Spinnen oder anderen Objekten bis hin zur allgegenwärtigen diffusen Angst bei der sog. generalisierten Angststörung.
Panikattacken sind Bestandteil mehrerer Angststörungen, können aber auch unabhängig davon vorkommen. Dieser Zustand maximaler körperlicher Alarmbereitschaft ist für Betroffene eine bedrohliche Ausnahmeerfahrung, deren Wiederholung sie oder er um jeden Preis vermeiden möchte.
Dabei führt uns die sorgfältige Analyse der Mechanismen der Angstentstehung oft zu den zentralen inneren Konflikten, deren Bearbeitung in der Psychotherapie die Angststörung mitunter recht rasch beseitigen kann. Dies ist die gute Botschaft an Sie: so störend und bedrohlich Angststörungen im Alltag sind - die Heilungschancen durch Psychotherapie sind groß.
Fakten zur Behandlung von Angststörungen / Panikattacken:
- Angststörungen und Panikattacken gehen mit zahlreichen körperlichen ("vegetativen") Symptomen wie Herzrasen, Atemnot, Zittern, Schwindel und Schweißausbrüchen einher. Diese sind äußerst unangenehm, als Begleitsymptome der Angst letztlich jedoch ungefährlich.
- Psychopharmaka sind nur im Ausnahmefall erforderlich, oft sind sie kontraproduktiv. Eine gelungene Psychotherapie entfaltet ihre Wirkung hingegen nachhaltig.
psychische Erschöpfungssyndrome
Anhaltende oder wiederkehrende Erschöpfungszustände sind wieder auf dem Vormarsch, und dies trotz aller Erleichterungen, die ein technisierter Alltag in Berufs- und Privatleben für uns bereithält. Ein Blick in die Geschichte der Medizin lehrt uns: in Phasen schnellen technologischen und Fortschritts und sprunghafter gesellschaftlicher Veränderungen haben Menschen vermehrt mit Erschöpfungssymptomen zu kämpfen. Und doch hat jede Erschöpfung einen ganz individuellen Hintergrund.
Auch ein "Burnout" äußert sich in der Regel in Form ungekannter Erschöpfung, die dann oft im krassen Gegensatz zur gewohnten Vitalität und Leistungsfähigkeit steht. Daneben kommen Gereiztheit, Müdigkeit, die Unfähigkeit, sich an freien Tagen zur entspannen und mitunter hartnäckige körperliche Symptome vor. Die Entwicklung kann sich zu Zynismus und Gefühllosigkeit oder zur Selbstwertkrise steigern.
Die Behandlung zielt - nach notwendigem Ausschluss körperlicher Ursachen - auf die Vermeidung weiterer Risiken für die Entwicklung psychischer Erkrankungen ab. Beratung und Coaching rund um das Thema Stressmanagement reichen hier mitunter aus, um Funktionsfähigkeit zurückzugewinnen. In anderen Fällen findet sich in einer bereits verstärkten Symptomausprägung ein Ansatzpunkt für Psychotherapie, die im Falle der psychodynamischen Psychotherapie die emotionalen Hintergründe der Symptomatik fokussiert.
körperliche Beschwerden
Körperliche Beschwerden führen Patienten in ärztliche Behandlung. Doch nicht jede medizinische Behandlung führt zur Symptomfreiheit, auch wenn sie korrekt abläuft.
Die Gründe hierfür sind vielfältig und zum Teil in der chronischen Krankheit selbst, deren Ursache mitunter nicht oder nur teilweise behandelt werden kann, bedingt.
In anderen Fällen führen unklare körperliche Beschwerden wie Verdauungsbeschwerden, Rücken- oder Gelenkschmerzen oder unklare Auffälligkeiten an der Haut zu wiederholten diagnostischen Abklärungen mit möglicherweise weiteren auffälligen Befunden und damit neuen Verunsicherungen. Nicht selten führen die Behandlungsversuche dann zu Frustrationen, bei Patienten wie auch auf ärztlicher Seite.
Gemein ist allen anhaltenden körperlichen Beschwerden ihre enorme Beeinträchtigung im Alltag und die damit verbundene psychische Belastung, die ein eigenes Risiko für weitere psychische Erkrankungen in sich trägt.
Eine ärztlich-psychotherapeutische Unterstützung und Begleitung im "Management" dieser Symptome, Beeinträchtigungen und Belastungen hilft, psychische Folgeerkrankungen zu vermeiden oder gar psychische (Mit-)Ursachen körperlicher Beschwerden zu identifizieren. In einigen Fällen können anhaltende körperliche Beschwerden dadurch einer psychodynamischen Psychotherapie zugänglich gemacht und der dahinterliegende Kreislauf aus Symptombildung und Aufrechterhaltung sogar zum allmählichen Stillstand gebracht werden.
In jedem Fall aber kann die Lebensqualität im Alltag mit körperlichen Beschwerden durch ärztlich-psychotherapeutische Interventionen verbessert und stabilisiert werden.